Was ist der Unterschied zwischen Magnetstimulation und elektrischer Stimulation?

Kurze Antwort: Elektrische Stimulation ist schmerzhaft, magnetische Stimulation nicht.

Seit der Arbeit von Galvani und Volta in den 1790er Jahren ist bekannt, dass neuromuskuläres Gewebe durch extern angelegte elektrische Ströme stimuliert werden kann. Die Stimulation des peripheren Nervensystems durch Elektrizität erfolgt durch Anlegen von Elektroden an die Haut und Senden von Strom durch die Elektroden und damit durch das Gewebe. Der durch das Gewebe gesendete Strom aktiviert die Nerven und damit die Muskeln in dem betroffenen Bereich. Diejenigen, die dies versucht haben, werden wissen, dass dies eine unangenehme und schmerzhafte Erfahrung ist.

Magnetstimulation ist schmerzfrei

1831 machte Faraday eine Entdeckung, die die Grundlage der Magnetstimulation bildet. Diese Entdeckung sagte uns, dass ein zeitlich variierendes Magnetfeld verwendet werden kann, um einen elektrischen Strom zu induzieren. Somit ist es durch die Magnetstimulation möglich, die peripheren Muskeln ohne die durch die elektrische Stimulation verursachten Schmerzen zu aktivieren. Außerdem müssen keine Elektroden positioniert werden.

Konstanter Strom

Wenn ein konstanter Strom durch eine Spule gesendet wird, wird ein Magnetfeld erzeugt. Das Faradaysche Gesetz besagt jedoch, dass ein konstantes Magnetfeld keinen Strom im Gewebe induzieren kann und daher keine Bewegung des Muskels erzeugen kann. Wenn der durch die Spule gesendete Strom zeitlich variiert wird, variiert auch das von der Spule erzeugte Magnetfeld zeitlich. Das Schlüsselwort hier ist variierend und nur ein variierendes Feld kann ein elektrisches Feld induzieren.

Wenn die Spule über z. der linke Arm und ein kurzer Stromimpuls werden durch die Spule gesendet, ein elektrisches Feld wird im linken Arm induziert, und wenn die Änderung des Magnetfelds ausreichend hoch ist, zucken die Finger der linken Hand. Dies geschieht, weil das elektrische Feld das elektrische Potential über der Nervenzellwand ändert und wenn diese Änderung groß genug ist, wird ein Aktionspotential im Nerv erzeugt. Wenn der Nerv ein motorischer Nerv ist, wird eine Muskelfaser im Arm aktiviert. Wenn genügend Muskelfasern aktiviert sind, zucken die Finger am linken Arm.

Magnetstimulation der elektrischen Stimulation überlegen

Wenn also das induzierte elektrische Feld und damit der induzierte Strom von ausreichender Amplitude und Dauer ist, wird das neuromuskuläre Gewebe auf die gleiche Weise stimuliert wie bei der herkömmlichen elektrischen Stimulation. Die Tatsache, dass die Magnetstimulation unabhängig von der Kleidung und der Knochen- / Gewebestruktur ist, macht die Technik der Magnetstimulation der elektrischen Stimulation sowohl in der Forschung als auch in der Klinik überlegen.

Die Stimulation erregbarer Gewebe mit einem zeitlich variierenden Magnetfeld ist sehr attraktiv, da die Technik nichtinvasiv angewendet werden kann und praktisch schmerzfrei ist. Diese Technik ohne Elektroden eignet sich ideal zur Stimulation oberflächlicher Gewebe wie der motorischen Nerven (bekannt als Funktionelle Magnetstimulation – FMS) und der Großhirnrinde (bekannt als Transkranielle Magnetstimulation (TMS) oder repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS)).

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